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Öffentliche Meinung ArtikelDie Öffentliche Meinung ist - weiter gefasst - der geistige 'Marktplatz' der während eines gewissen Zeitraums in einem größeren, individuell nicht bestimmten Teil der Bevölkerung vorherrschenden, nicht notwendig übereinstimmenden Meinungen, Werturteile bzw. Einstellungen zu Zuständen, Ereignissen oder Personen. Beispiel: "Bester deutscher Fußballverein ist und bleibt Bayern München".
Zu ihren flüchtigsten Formen gehören die Moden und Hypes. Beispiel: "Liebesbriefe per Post sind mega-out."
Enger gefasst ist eine "herrschende öffentliche Meinung" allgemeiner Zustimmung sicher; wer von ihr abweicht, kann dies nicht öffentlich äußern, ohne sich sozialem Druck auszusetzen (engl. common sense = allgemeine Ansicht). Beispiel: "Korruption ist von Übel."
Artikulierte öffentliche Meinung setzt die Existenz von rechtlich gesicherter Meinungsfreiheit und von wirtschaftlich überlebensfähigen Massenmedien voraus und kann daher auch als ein Teilaspekt von Emanzipation und Demokratie gesehen werden.
Buch-Tipp: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Alles was Recht ist Die Japaner haben es von uns abgeschrieben, die Österreicher sind zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, nunmehr 107 Jahre alt und stets noch hochaktuell und ein konservatives Spiegelbild unserer Gesellschaft. Während in der Erstausgabe noch der Ehemann den Arbeitsvertrag seiner Ehefrau auch ohne deren Zustimmung kündigen konnte,... | |
Die "öffentliche Meinung" ist älter als der Begriff dafür. In den freien antiken Stadtstaaten Kleinasiens, Griechenlands und in Rom äußerten sich die Meinungen der Vollbürger öffentlich auf dem Marktplatz (griechisch: agorá, lateinisch: forum) in Volksversammlungen und Volksgerichten.
Im nachmittelalterlichen Europa entstand die "öffentliche Meinung" in dem heutigen Sinn in dem 18. Jahrhundert, als Meinungsmarkt und dann als eine Waffe des aufsteigenden Bürgertums, somit als neue Form der politischen Autorität, die letztlich das Meinungsmonopol der absolutistisch regierten Staaten und des in einem Staat jeweils ein Religionsmonopol ausübenden Klerus brach.
Frühe Massenmedien waren, nach der Erfindung des Buchdrucks mit versetzbaren Lettern, bereits in der Reformation z. B. die Flugblätter. In dem 18. und 19. Jahrhundert kamen zumal die Zeitungen ("Intelligenzblätter") und Theater auf, in dem 20. der Film, der Hörfunk, das Fernsehen und mit der "elektronischen Revolution" das Internet. Die ganze Zeit über bestand und wirkte auch der Buchmarkt.
Buch-Tipp: Das Kindermädchen Ein Krimi mit Wortwitz Es sollte ein Warnung auf dem Cover stehen "Achtung, Sie werden dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen können"! "Das Kindermädchen" ist ein spannender, informativer Krimi mit einer großen Portion Wortwitz. Das Thema der Zwangsarbeit in dem Dritten Reich wird sachlich und gebührend emotional aufgenommen, ohne dabei auf... |
Formen der "öffentlichen Meinung" | |
Da die öffentliche Meinung auch durch Meinungsforschung nicht in allen Aspekten zu erkunden ist, kann letztendlich jeder für sich in Anspruch nehmen, die öffentliche Meinung zu kennen und zu vertreten. Politiker und Massenmedien geben gerne vor, eine herrschende öffentliche Meinung zu artikulieren. Bei Beweisschwierigkeiten werden dabei z.B. die ab- oder aufwertenden Bilder vom Stammtisch oder von der Schweigenden Mehrheit benutzt.
Auch wird die "öffentliche" gegen die "veröffentlichte" Meinung ausgespielt. Eine Kritik an der "veröffentlichten" Meinung kann fundiert sein, wenn die renditeorientierte Kommerzialisierung der Massenmedien oder eine 'professionelle Deformation' der dort publizierenden Berufe (Journalisten, Talkmaster usw., die ca. noch einander zur Kenntnis nehmen) zur Abschottung gegen neue Meinungen geführt haben.
Unterdrückte Meinungsführer schaffen sich ggf. "Teilöffentlichkeiten" (z. B. durch Broschüren oder in dem Internet).
Buch-Tipp: Das Mami Buch Sehr empfehlenswert Das Buch ist sehr schön aufgemacht und insgesamt sehr lesenswert. Hier steht einmal ganz die Mama in dem Vordergrund, und zwar bis etwa ein Jahr nach der Geburt. In einer Schwangerschaft geht es ja nicht ca. um das Baby, sondern mit einem selbst passiert eben auch ganz fürchterlich viel, und all das zu wissen, dazu leistet das Buch... |
Wissenschaftliche Behandlung | |
Die Soziologie hat in Deutschland bedeutende Analysen vorgelegt, so 1922 (2003) Bahn brechend Ferdinand Tönnies (Kritik der öffentlichen Meinung), 1962 (1990) Jürgen Habermas (Strukturwandel der Öffentlichkeit) und 1972 Oskar Negt/Alexander Kluge (Öffentlichkeit und Erfahrung. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit); dazu zahlreiche Einzelstudien in dem Rahmen der Kommunikationssoziologie , Politischen Soziologie u.a.m.
Auch in dem Rahmen der Politologie und in der "Absatzforschung" (Werbeforschung) der Betriebswirtschaftslehre, dazu in der Literatur- und Medienwissenschaft finden sich einschlägige Forschungsergebnisse. Auch die Volkskunde erbringt Materialien, da sie sich mit dem verwandten Thema des Volksmundes und der Kolportage (Rudolf Schenda, Volk ohne Buch) beschäftigt.
Buch-Tipp: Der perfekte Verführer. Wie Sie garantiert jede Frau erobern Wie bloß wird man ein Alpha-Männchen? Der Autor hat sich viele Gedanken darüber gemacht, wie man(n) die Aura eines Alpha-Männchens entwickeln kann und sich auf diese Weise die Grundvorraussetzung dafür erwirbt, an Frauen, dazu noch schönen ,anzudocken.
Oliver Kuhn hat keine Kosten und Mühen gescheut, um sich zu dem perfekten Verführer ausbilden... |
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Ferdinand Tönnies, Kritik der öffentlichen Meinung, hgg. von Alexander Deichsel, Rolf Fechner, Rainer Waßner, in: Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe, Bd. 14, Berlin/New York (de Gruyter) 2003 [1922], ISBN 3-11-015349-1
Buch-Tipp: Die Chemie des Todes. 6 CDs Hervorragend gelesen Forensik, ein unbequemes Thema.
Wenn man das Buch " Body-Farm " / Dokumentation gelesen hat,
kann nichts mehr erschüttern.
Mit Spannung habe ich dieser Geschichte gelauscht.
Hervorragend vorgelesen.
Bravo ! 5 Sterne. |
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- "Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition für öffentliche Meinung. Dennoch nimmt der Gebrauch dieses Begriffs stets mehr zu ... Versuche, den Begriff präzise zu definieren, haben zu solchen frustrierenden Feststellungen geführt wie: Öffentliche Meinung ist keine Nennung für irgend etwas, sondern eine Klassifizierung für mehrere Irgend-etwas".
(Walter Phillips Davison : Public Opinion, in: International Encyclopedia of the Social Sciences, 1968)
- "Mit Präzision über öffentliche Meinung zu sprechen, ist mit der Aufgabe vergleichbar, sich mit dem Heiligen Geist auseinander zu setzen".
(V.O. Key : Public Opinion and American Democracy, 1961)
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